Viele Veränderungen im Hochwald FCB in der Favoritenrolle

Kreisliga A Untere Saar: Beckingen und Besseringen werden hoch gehandelt Kreisliga A Hochwald: Im Sommer hat sich das Trainer-Karussell kräftig gedreht - Vizemeister backt kleinere Brötchen

Im Vergleich zur Vorsaison setzt sich die Kreisliga A Untere Saar deutlich verändert zusammen. Neu in der Klasse sind etwa der FC Besseringen und der FC Beckingen, die von vielen als heißeste Titel-Anwärter gesehen werden.

Von SZ-Mitarbeiter

David Benedyczuk

 

Merzig-Wadern. Die Kreisliga A Untere Saar präsentiert sich in dieser Saison in einem neuen Gewand: Der Vorjahresdritte SV Gerlfangen-Fürweiler, Fortuna Niedaltdorf (6.) und die SG Biringen-Oberesch (13.) spielen ab sofort in der A Saar, dazu geht Vizemeister FV Siersburg II nun in der A Prims an den Start, wodurch sich die Klasse nun ausschließlich aus Teams aus dem Kreis Merzig-Wadern zusammensetzt.

 

Sechs Teams sind neu in der Liga, zwei davon werden auch als Topfavorit auf die Meisterschaft gehandelt. Zum einen der FC Besseringen, der gemeinsam mit dem SV Menningen aus der Bezirksliga absteigen musste, zum anderen der FC Beckingen, dem aus der Kreisliga A Prims auch noch die SF Saarfels folgte. Beim FC Besseringen gab es nach dem Abstieg auch auf dem Trainerposten einen Wechsel. Mit Bernd Adam, zuletzt für den VfB Tünsdorf aktiv, wollen die „Eulen“ wieder an erfolgreichere Tage anknüpfen.

 

Starke Neuzugänge

„Unser Ziel ist es, unter die ersten Drei zu kommen“, sagt der 33-Jährige, der von seinem Team schwärmt: „Es sind immer zwischen 22 und 27 Spieler im Training, und die Jungs ziehen alle voll mit.“ Das gilt auch für die insgesamt sieben Neuzugänge, wobei der Trainer vor allem auf Verteidiger Philipp Hirtreiter, der von Verbandsligist SF Bachem-Rimlingen gewechselt ist, und Angreifer Björn Feil (letzte Saison 18 Tore für Landesliga-Absteiger 1. FC Reimsbach II) große Stücke hält.

 

Beim anderen FCB, dem aus Beckingen, gab es mit Allrounder Sebastian Samson (23 Tore, zu Bachem-Rimlingen) zwar einen nicht unerheblichen Abgang, dafür durfte Spielertrainer Frank Burbach-Tiné aber auch acht Zugänge begrüßen. Darunter Daniel Radtke, der letzte Saison noch für Meister FC Düppenweiler auf Torejagd (15 Tore) ging und dem Vizemeister aus Beckingen beim 9:0 am letzten Spieltag gleich drei Treffer einschenkte. „Natürlich wollen wir oben mitspielen, aber die Liga ist richtig stark. Einige Teams können Meister werden“, gesteht Stefan Wagner vom Spielausschuss. Für Bezirksliga-Absteiger Menningen ist der Titel wohl kein Thema: „Wir möchten hier ganz langsam und ohne Hauruck-Aktion wieder etwas aufbauen“, sagt Neutrainer Patrick Erbel (zuvor Spieler). Dagegen wurde der Kader der Spvgg. Faha-Weiten unter dem aus Menningen gekommenen Neutrainer Christian Schäfer mit gleich 22 Neuzugängen doch ganz schön umgepflügt. Die Erklärung ist aber einfach: Es soll eine Reservemannschaft aufgebaut werden. bene

 

Sommerzeit ist bekanntermaßen Wechselzeit. In der Fußball-Kreisliga A Hochwald hat sich während der Unterbrechung dabei vor allem auch das Trainer-Karussell mächtig gedreht. Gleich neun der 16 Vereine wechselten vor der Saison den oder die Übungsleiter. Zu den wenigen Clubs, die auf Veränderung verzichteten, gehört unter anderem der Vorjahreszweite SV Lockweiler-Krettnich. Dort ist Werner Johannes seit 2011 im Amt, wodurch er mit Stephan Schneider von der SG Morscholz-Steinberg (ebenfalls seit 2011) bereits der „dienstälteste Trainer der Klasse“ ist. Doch das ist kein Titel, der Johannes freut: „Schade, dass wir als Zweiter diesmal nicht direkt aufgestiegen sind“, sagt er. Im Viertelfinale der Relegation verlor sein Team dann ganz knapp mit 4:5 nach Verlängerung gegen den VfB Luisenthal, der später im Finale am SV Gersweiler und damit am Aufstieg scheiterte. „Unsere Niederlage war unglücklich. Das war wirklich ein klasse Fußballspiel“, erinnert sich Johannes. Allerdings werden künftig gleich vier Spieler, die damals mit von der Partie waren, nicht mehr für den SVL auflaufen. Im Fall von Torwart Rainer Hansen (SV Scheuern), Robert Kögel (SG Bostalsee) und Michael Becker (SG Noswendel-Wadern) sorgte das bei Lockweilers Trainer durchaus für Irritationen: „Im November wurde eine Sitzung einberufen, um die neue Saison zu planen. Bis auf Christian Ochs (zur FSG Schmelz; Anm. d. R.) haben damals noch alle zugesagt, dass sie bleiben.“

 

Da das nicht seine ersten negativen Erfahrungen dieser Art waren, sagt Johannes mittlerweile sogar: „Ich bin davon weg, dass ich etwas auf solche Versprechen gebe. Bevor die Spieler nicht beim ersten Training auf dem Platz erscheinen, kann man sich fast nicht mehr sicher sein.“

 

Immerhin: Nach dem Aderlass mit insgesamt sieben Abgängen fanden sich beim Vorbereitungsauftakt dann doch einige Spieler ein. Weil mit Torwart Dominik Paulus (SV Bardenbach) und Thomas Gehentges (SV Konfeld) aber wohl nur zwei der Lockweiler Neuzugänge auf Anhieb weiterhelfen und sich Mittelfeldspieler Julien Thome zudem das Fußgelenk brach, muss Johannes kleinere Brötchen backen. Es werde schwer, um den Titel zu kämpfen.

 

Zumindest oben bei der Musik dabei sein will der Vorjahresfünfte SV Konfeld, der im Sommer Robin Barth vom Nachbarn SV Thailen als neuen Spielertrainer verpflichtete. In Thailen, Vierter der Vorsaison, übernahm daraufhin gleich ein Trainertrio, bestehend aus Joachim Hoff als Hauptverantwortlichem, Metin Gültomruk und Marco Jakobs, Barths Nachfolge: „Wir haben das gemacht, weil zwei von uns beruflich sehr eingespannt sind“, berichtet Jakobs.

 

Trainerwechsel gab es auch bei der SG Rappweiler-Waldhölzbach, die künftig auf den ehemaligen Oberligaspieler Dennis Schäfer (zuvor SV Weiskirchen) als Spielertrainer setzt, und bei der SG Scheiden-Mitlosheim. Dorthin ist im Sommer Michael Höwer zurückgekehrt, nachdem er sich zuvor bei Bezirksligist SG Nunkirchen-Büschfeld mit dem Ligaverbleib verabschiedet hatte. Welche Rolle Scheiden-Mitlosheim in der Liga spielen kann, wird sich wohl gleich im ersten Spiel zeigen. Am Sonntag empfängt die SG zu Hause Lockweiler (15 Uhr). Damit beginnt für beide die neue Saison so, wie die alte aufhörte. Am letzten Spieltag siegte Lockweiler mit 3:1. Ob es diesmal ähnlich läuft? Abwarten! Die Voraussetzungen haben sich jedenfalls verändert. Wie in der gesamten Klasse. „Es wird schwer, um den Titel zu kämpfen.“

Werner Johannes, Trainer SV Lockweiler