"Los Wochos" bei den Sportfreunden

In einem spielerisch sicher nicht immer hochklassigen, dafür aber sehr intensiv geführten Derby gelang es den Gastgebern, einen 2-1-Vorsprung trotz Unterzahl über die Zeit zu retten.

Nach den beiden Siegen gegen Perl und Fitten wollten die Saarfelser auch gegen den Lokalrivalen aus Menningen punkten, zumal beide Mannschaften punktgleich in der Tabelle standen: Menningen auf Platz 5, Saarfels auf 6.

 

Zwar mussten die Hausherren auf Kapitän Roberto Guercio und Neuzugang Tobias Chasseur verzichten, dennoch war die Mannschaft fest entschlossen, das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden. Denn bereits im Hinspiel, das 1:1 unentschieden endete, wären drei Punkte möglich gewesen.

 

Bei strahlendem Sonnenschein und vor erfreulich vielen Zuschauern entwickelte sich ein Spiel, das sich zunächst vornehmlich im Mittelfeld abspielte. Die Gäste gingen im ersten Drittel der Spielzeit aggressiver zu Werke und waren mit ihren großgewachsenen Spielern vor allem nach Standards gefährlich. Die Saarfelser versuchten ihrerseits, die Offensivkräfte Stephan Heintz und David Fernandez in Szene zu setzen. Zunächst waren aber die Zuspiele noch zu ungenau oder aber es war ein Menninger Spieler im entscheidenden Moment dazwischen. Auch die eine oder andere Schiedsrichterentscheidung sorgte dafür, dass die Hausherren nur selten gefährlich vor das gegnerische Tor kamen.

 

Auch beim Führungstreffer der Gäste hatte der Schiedsrichter seine Finger im Spiel. Nach einem Einwurf der Menninger kam das Spielgerät – verlängert von einem Saarfelser Kopf – zu Gästestürmer Marcel Wegner, der sich den Ball mit dem Oberarm (!) vorlegte und in der 38. Spielminute zum Führungstreffer der Gäste traf.

 

Die Saarfelser fühlten sich nun um ihre Mühen betrogen. Quasi im direkten Gegenzug köpfte Dominik Fontaine einen von Markus Mock getretenen Eckball noch über das Lattenkreuz… Besser machte es fünf Minuten später unser „halber Spanier“ Davidos Fernandos, der nach einem weiteren Standard der Gastgeber den Ball unhaltbar in die Maschen köpfte. Dabei ließ sich unser „monstruo del cabezazo“ auch nicht von den beiden „Menninger Riesen“ beeindrucken, die ihm bei seinem Weg in den Sechzehner Geleitschutz gaben. Olé, Davidos!

 

So ging es mit 1:1 in die Pause.

 

Nach der Halbzeitpause kamen die Hausherren frischer aus der Kabine, brauchten aber für den Führungstreffer zum 2:1 die Mithilfe des Menninger Liberos Thorsten Bauer, der eine scharfe Hereingabe der Gastgeber unfreiwillig ins eigene Tor beförderte.

 

Den Saarfelsern war nun anzumerken, dass sie das Spiel unbedingt gewinnen wollten. Die Sportfreunde legten jetzt die notwendige Aggressivität an den Tag und gaben keinen Ball verloren.

 

Letzteres wurde allerdings unserem Verteidiger Yannick Even zum Verhängnis, der nach seinem zweiten gelbwürdigen Foul die Ampelkarte sah und das Spielfeld vorzeitig verlassen musste. Die letzte halbe Stunde mussten die Gastgeber somit in Unterzahl überstehen.

 

Man verteidigte nun mit Mann und Maus. Die Menninger blieben insbesondere bei Standards gefährlich, ließen aber den letzten Willen zum Ausgleichstreffer vermissen. Saarfels hingegen kämpfte aufopferungsvoll und konnte mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung das 2:1 über die Zeit retten.

 

Dabei hatte man sogar Möglichkeiten, den Sack endgültig zuzumachen. Sebastian Heintz, der für Marcel Marbach ins Spiel gekommen war, David Fernandez und Fabian Schön vergaben jedoch beste Gelegenheiten.

 

Erwähnt werden sollte noch, dass die spanischen Wochen auf dem Saarfelser Berg erst dadurch zu ihrem Namen kamen, dass unser „echter Spanier“ José Tomas Escamilla Cano kurz vor Schluss für Stephan Heintz in die Mannschaft rückte. José hatte zuvor das Spiel der Reservemannschaften durch seine beiden Tore quasi im Alleingang entschieden (Endstand: 2:1) und durfte um 16:45 Uhr seinen zweiten Sieg bejubeln.

 

Zwei Spanier machten die Saarfelser also an diesem Wochenende zum doppelten Derbysieger. Die Stimmung war anschließend so ausgelassen, dass Miro das Menninger Eigentor unserem Routinier Stephan Heintz gutschreiben ließ, ein weiterer Routinier sein Fastengelübde für einen Tag aussetzte und die Getränkevorräte des Clubheims nahezu komplett geplündert wurden. In diesem Sinne: Prost! Viva los wochos!