Rissenthal feiert seine Auferstehung

Lang, lang ist's her. Vor neun Jahren nahm der SV Rissenthal zum letzten Mal an Ligaspielen teil.

In der Fußball-Kreisliga A Untere Saar gilt die Reserve der Spvgg. Merzig als Favorit. Doch auch der Vorjahresdritte SF Saarfels will mit Neu-Trainer Otmar Jenal wieder hoch hinaus. Neu zurück auf der Bildfläche ist auch der SV Rissenthal. 

 Es ist eine kuriose Geschichte entgegen dem allgemeinen Trend. Nach neun Jahren sind die Fußball-Herren des SV Rissenthal wieder aus der Versenkung aufgetaucht und fiebern dem ersten Ligaspiel in der Kreisliga A Untere Saar entgegen. „Das Vorhaben gab es schon mehrere Jahre. Es ist aber immer wieder gescheitert“, erzählt Oliver Schäfer, der mit Thomas Schäfer das Spielertrainer-Duo der Auferstandenen bildet und Hauptinitiator des Neuanfangs war.

 

Der 23-Jährige trommelte einige Rissenthaler Jungs zusammen und fand mit Torsten Kluding einen Unterstützer, der die strukturellen Voraussetzungen für das Unterfangen auf den Weg brachte. „Die Mannschaft rekrutiert sich nahezu komplett aus Rissenthaler Fußballern, die in Vereinen der Nachbarschaft spielten“, sagt Kluding. Zudem wurden einige „brach“ liegende Spieler reaktiviert. Gleichzeitig betont Kluding, dass die Bekanntgabe der Gründung einer neuen Herrenmannschaft im Dorf eine riesige Resonanz hervorgerufen habe, welche er in 20 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit noch nicht erlebt habe. In einer Mitgliederversammlung wurde Kluding am 19. Juli auch zum neuen Vorsitzenden des Vereins gewählt, der zuvor nur im Frauen- und AH-Bereich in einer SG mit der SSV Oppen am Spielbetrieb teilnahm.

Ausgerechnet gegen die Reserve des Nachbarn feiert Rissenthal an diesem Sonntag ab 15 Uhr nun seine Ligapremiere. „Das ist natürlich ein sehr brisantes Spiel“, sagt Oliver Schäfer. „Generell, weil nur ein Kilometer Wald dazwischen liegt, aber auch, weil gleich neun Spieler mit mir aus Oppen nach Rissenthal gewechselt sind.“ Inzwischen sind 22 Spieler spielberechtigt. Mit dem jungen Team, das zu 75 Prozent aus Rissenthalern besteht, peilt Schäfer einen einstelligen Tabellenplatz an. Perspektivisch soll auch eine zweite Mannschaft gemeldet werden. „Rissenthal hat zwar nur 650 Einwohner, die sind aber alle fußballverrückt“, sagt Kluding. Die Pflichtspielpremiere im Pokal ging zwar nach Elfmeterschießen gegen Ligarivale SV Menningen verloren, doch das Team von Beachsoccer-Nationalspieler Daniel Schmidt zählt auch zu den Topfavoriten der Liga.

 

Einiges vor hat der Vorjahresdritte SF Saarfels. Nach dem Aufstieg des FC Reimsbach II und des FC Fitten sehen viele die Rot-Weißen als Titelkandidat. Der neue SF-Trainer Otmar Jenal, der Marcel Marbach ablöste und zuvor A-Jugend-Trainer beim FC Beckingen war, macht aus den Ambitionen keinen Hehl: „Wir wollen um die Meisterschaft mitspielen“, sagt der 53-Jährige. Abgänge gab es nicht, dafür kamen mit Novaf Özgün, Peter-Mike Querbach (beide SG Honzrath-Haustadt), Michael Schneider (SG Rehlingen) und Andreas Stenger (FV Diefflen II) vier Neue, die laut Jenal alle beim schweren Auftakt bei der Spvgg. Merzig II (Sonntag, 15 Uhr) in der Startelf stehen. Die Reserve aus Merzig haben fast alle Trainer oben auf dem Zettel. Mit der Vorbereitung in Saarfels war Jenal zufrieden, in den Tests wurde aber deutlich, dass das Abwehrverhalten verbesserungswürdig ist.

 

Weniger Gegentore – das ist auch ein Ziel der mit Rang acht unter den Möglichkeiten gebliebenen SF Bietzen-Harlingen, wie Kapitän Jonas Hoffeld klarstellt: „Wir wollen besser abschneiden und vor allem defensiv besser stehen“, sagt er. Unter den 14 Neuen sind viele junge Spieler, die aber gezeigt haben, dass sie sogar in höheren Ligen bestehen können.